Zur FAQ-Übersicht

Oft gestellte Fragen

Was unternimmt die Migros gegen die Lebensmittelverschwendung?

Verschiedene Studien und Organisationen zeigen, dass in der Schweiz rund ein Drittel der produzierten Lebensmittel weggeworfen wird. Im Detailhandel landen rund fünf Prozent der Lebensmittel im Abfall. Unter dem Titel ‚Taste the waste‘ wurde 2012 in den Schweizer Kinos und im Fernsehen ein Film gezeigt, der die ganze Problematik der Lebensmittelverschwendung auf dramatische Art aufzeigt. Zudem nehmen sich immer mehr TV-Stationen dem Thema der Lebensmittelverschwendung an.

Die Migros hat für ihre Läden und Gastronomie die relevanten Zahlen (2016) eruiert. Die erhobenen Zahlen zeigen auf, dass sich die Bemühungen der Migros, Lebensmittel nicht zu verschwenden, lohnen: 98,5 Prozent der Lebensmittel, die die Migros in ihren Läden und in der Gastronomie anbietet, werden auch als Lebensmittel verkauft oder abgegeben: zu regulären oder reduzierten Preisen an Kunden und Mitarbeitende oder gratis abgegeben an gemeinnützige Organisationen wie „Tischlein deck dich“ oder „Schweizer Tafeln“! Gemeinnützige Organisationen werden auch finanziell von der Migros unterstützt.

Die 1,5 Prozent, die nicht als Lebensmittel konsumiert werden, werden wie folgt verwertet:
- auf die Herstellung von Tierfutter (0.3%),
- Biogas (1.0%) und
- Kompost (0.1%).
- Lediglich 0,1% landen als Abfall in der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA).

Dank modernsten Produktionsanlagen, geschulten Mitarbeitenden und optimal abgestimmten Prozessen gelingt dies. Die enge Zusammenarbeit zwischen Detailhandel, Industrie, Logistik und Landwirtschaft ermöglicht eine ideale Mengen- und Sortimentsplanung, damit der allergrösste Teil der Lebensmittel zum regulären Preis verkauft werden bzw. Überschüsse vermieden werden können.

Um die Verschwendung in der Migros Gastronomie zu minimieren, wird Folgendes unternommen:
- Erhebung von Erfahrungszahlen zu Kundenaufkommen, Wochentag, Tageszeit, Wetter
- Anpassung der Mahlzeiten- und Buffet-Produktion entsprechend der erwarteten Nachfrage
- Keine Gewährleistung der Menu-Verfügbarkeit (s’hät solangs hät)
- Selbstbedienung ermöglicht Appetit-gerechte Portionen

Die wichtigste Massnahme aber ist die optimale Beschaffung (Menge, Zeitpunkt, Lagerung) der zu verarbeitenden Lebensmittel.

Um die Lebensmittelverschwendung auch bei den Konsumenten zu minimieren, bietet die Migros Produkte in verschiedenen Packungsgrössen an, weist auf die konkrete Lagerung der Produkte hin (Haltbarkeit und Lagerung) und gibt Tipps zur Restenverwertung (Kochen mit Resten)

Normen:
Unsere Gesellschaft ist sehr visuell orientiert. Vor allem bei Früchten und Gemüse im Offenverkauf zeigt sich dies sehr deutlich. Die Konsumenten wählen aus den Gebinden stets die schönsten Stücke aus. Unter der M-Budget-Linie bietet die Migros beispielsweise abgepackte Äpfel oder Karotten an, die optisch nicht der 1. Klass-Ware entspricht. 

Ablaufdatum und Datierung:
Mit einer Verlängerung des Ablaufdatums könnte die Menge an Lebensmittel, die Konsumentinnen und Konsumenten oft verfrüht wegwerfen, reduziert werden. Ein Teil der Lebensmittelverschwendung in den Haushalten ist aufgrund von Missverstehen der Begriffe bei der Lebensmitteldatierung zurückzuführen. Bei den Haltbarkeitsfristen unterscheidet man zwischen dem Verbrauchsdatum «zu verbrauchen bis» und dem Mindesthaltbarkeitsdatum «mindestens haltbar bis».

Um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken, wird die Haltbarkeit verschiedener Produktgruppen regelmässig überprüft und falls möglich angepasst. So konnte beispielsweise die Migros beim Hart- und Halbhartkäse-Sortiment das Haltbarkeitsdatum kürzlich verlängern.

Neue Techniken beispielsweise in der Abpackung können zudem dazu beitragen, die Haltbarkeit ohne Qualitätseinbussen zu verlängern.

Eine zusätzlich optimierte Logistik verlängert zwar nicht die Haltbarkeit, aber ergibt eine längere Auslagephase in den Läden und die Kunden haben entsprechend mehr Zeit für die Konsumation der Produkte. Dies sollte die Lebensmittelverluste ebenfalls verringern lassen.

Bei der Beurteilung des Potenzials zur Verlängerung der Haltbarkeit sind wir allerdings vorsichtig. Denn eines darf nicht vergessen werden: Die Migros trägt eine Verantwortung gegenüber ihren Kunden. Die Frische und auch die Lebensmittelsicherheit dürfen auf keinen Fall unter den Massnahmen leiden. Wir sind aber bestrebt, wo immer möglich, die Haltbarkeiten zu verlängern.

Für neue Ablaufregelung halten wir uns an eine einheitliche Regelung Änderungen können nur in Zusammenarbeit mit andern Partnern erfolgen.