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Oft gestellte Fragen

Wie viel Lebensmittel verschwendet die Migros?

Verschiedene Studien und Organisationen behaupten, dass rund fünf Prozent der Lebensmittel bei den Detailhändlern im Abfall landen. Unter dem Titel ‚Taste the waste‘ wurde im letztem Jahr in den Schweizer Kinos und im Fernsehen ein Film gezeigt, der die ganze Problematik der Lebensmittel-Verschwendung auf dramatische Art aufzeigt. Zudem nehmen sich immer mehr TV-Stationen dem
Thema der Lebensmittelverschwendung an, derzeit gerade wieder in verschiedenen deutschen Fernsehstationen.

Die Migros (SM/VM und Gastro) hat für die Migros relevanten Zahlen (2014) eruiert. Die erhobenen Zahlen zeigen klar auf, dass sich die Bemühungen der Migros, Lebensmittel nicht zu verschwenden, lohnen: 98,6 Prozent der Lebensmittel, die die Migros in ihren Läden und in der Gastronomie anbietet, werden auch als Lebensmittel verwendet: zu regulären oder reduzierten Preisen an Kunden und Mitarbeitende oder gratis abgegeben an gemeinnützige Organisationen wie „Tischlein deck dich“ oder „Schweizer Tafeln“ !

Nur gerade 1,4 Prozent der von der Migros (Migros-Läden und Gastronomie) angebotenen Lebensmittel werden nicht als Lebensmittel verwendet: Davon entfallen 1.3% auf die Herstellung von Tierfutter (0.3%), Biogas (0.9%) und Kompost (0.1%).

Lediglich 0,1% landen als Abfall in der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA).
Diese Zahlen gelten auch für die Migros Gastronomie inkl. Gourmessa und Catering. Um die

Verschwendung zu minimieren wird Folgendes unternommen:

- die Buffets werden den jeweiligen Kundenaufkommen und dem Wetter angepasst.

- in der Gastronomie werden die Erfahrungszahlen (Kundenaufkommen, Wochentag, Tageszeit, Wetter) herangezogen und entsprechend der erwarteten Nachfrage produziert.

- die Verfügbarkeit der Menus wird nicht gewährleistet (s’hät solangs hät)

- das Angebot (take away, Gourmessa) wird auf die Frequenz und Tageszeit abgestimmt

Die wichtigste Massnahme aber ist die optimale Beschaffung (Menge, Zeitpunkt, Lagerung) der zu verarbeitenden Lebensmittel.

Thema Normen:

In unseren M-Budget-Produkten (beispielsweise Äpfel oder Karotten in Säcken) bieten wir bereits jetzt Waren an, die optisch nicht so einheitlich sind wie 1. Klass-Waren. Wenn Produkte wegen abnormer Grösser oder Form nicht in die Verarbeitungsmaschinen passen, können wir sie nicht annehmen. Wir stellen bei unserem Früchte- und Gemüseoffenangebot zudem immer wieder fest, dass besonders kleine oder grosse Stücke liegenbleiben. Oft suchen die Kundinnen und Kunden einfach die schönsten Stücke heraus.

Ablaufdatum und Datierung:

Laut der Studie Foodwaste sind 20 Prozent aller im Haushalt weggeworfenen Lebensmittel auf das Missverstehen der Begriffe bei der Lebensmitteldatierung zurückzuführen. Bei den Haltbarkeitsfristen unterscheidet man zwischen dem Verbrauchsdatum «zu verbrauchen bis» und dem Mindesthaltbarkeitsdatum «mindestens haltbar bis».

Um dem Foodwaste entgegenzuwirken analysiert eine Arbeitsgruppe im Moment, wo das Verbrauchsdatum bei Frischprodukten ohne Bedenken verlängert werden kann.
Mit einer Verlängerung des Ablaufdatums könnte man die Menge an Lebensmittel reduzieren, die Konsumentinnen und Konsumenten oft verfrüht wegwerfen. Diese Arbeitsgruppe prüft, wie weit sich dies umsetzen lässt.

Ende 2012 wurden von Vertretern der Eigenindustrien, der Genossenschaften und des Migros-Genossenschafts-Bundes erste Abklärungen vorgenommen. Dabei wurde eine Verlängerung der Ablaufdaten von verschiedenen Produkten geprüft.

In Lebensmittel-Bereichen lässt sich eine Verlängerung des Ablaufdatums überhaupt vollziehen?
Es gibt keine grundsätzliche Einschränkungen. Daher haben wir in allen Frische-Bereichen nach möglichen Produkten gesucht. Erste Anpassungen konnten wir vereinzelt bereits vornehmen, beispielsweise beim Hart- und Halbhartkäse-Sortiment.

Sind die Möglichkeiten denn so gross, wie es der Konsumentenschutz in der Debatte vollmundig behauptet?

Bei der Beurteilung des Potentials sind wir vorsichtig. Man darf bei der ganzen Diskussion eines nicht vergessen: Wir haben auch eine Verantwortung gegenüber den Kunden. Die Frische und auch die Qualität dürfen auf keinen Fall unter den Massnahmen leiden. Wir sind aber bestrebt, wo immer möglich die Haltbarkeiten zu verlängern.

Kritiker werden ketzerisch fragen: Warum ist eine Verlängerung plötzlich möglich und bisher nicht?

Neue Techniken beispielsweise in der Abpackung können dazu beitragen, die Haltbarkeit ohne Qualitätseinbussen zu verlängern. Eine zusätzlich optimierte Logistik verlängert zwar nicht die Haltbarkeit, aber die Filialen und die Kunden haben so die Artikel früher in den Filialen. Das ergibt eine längere Auslagephase, was den oft zitierten "Food Waste" verringern lassen sollte.

Kann die Migros mit einer neuen Ablaufregelung einen Alleingang machen?

Nein, dazu braucht es eine einheitliche Regelung. Mögliche Änderungen können nur in Zusammenarbeit mit andern Partnern – beispielsweise Coop – erfolgen. Aber wir machen jetzt schon unsere Hausaufgaben.